Wie erleben Sie den Krieg in Kiew,
Herr Röthlin?
Beinahe 70 Zuhörer trafen sich am 25.06.2026 zu einem Vortrag des Bregenzer Diplomaten Daniel Röthlin im Speisesaal des Collegiums.
Daniel Röthlin ist seit etwa einem Jahr stellvertretender Botschafter der österreichischen Botschaft in Kiew. Davor war er unter anderem in Damaskus, den Vereinten Nationen (UN) in New York und in Addis Abeba tätig. Auf eigenen Wunsch wechselte er nach Kiew.
Er berichtete sehr anschaulich über die vielen Probleme, die der Kriegsalltag in Kiew hervorruft, wie die Bevölkerung darunter leidet und welche Aufgaben die Botschaft in dieser schwierigen Situation besonders zu leisten hat.
Mit Geschichten aus dem persönlichen Alltag und über sein Leben mit seiner Frau fand er sehr große Aufmerksamkeit bei den Zuhörern. So kann man es ich kaum vorstellen, dass sie mehrfach in der Woche in der Nacht aus dem Schlafzimmer in den Gang wechseln müssen. Denn nur dieser ist halbwegs gegen Bombenattacken geschützt, da rundum Mauern sind. Die größte Gefahr lauert nämlich darin, dass bei Explosionen die Fenster bersten und die die herumfliegenden Glassplitter schwerste bis zu tödlichen Verletzungen hervorrufen.
Im an den Vortrag anschließenden Gespräch mit Thomas Bischof und dem Schüler aus der 4. Klasse Benjamin Höfel konnten noch viele offene Fragen zu seinem Leben in Kiew, den Aufgaben der Botschaft und dem Krieg in der Ukraine geklärt werden. Auch die Zuhörer beteiligten sich mit vielen Fragen an diesem ganz besonders informativen Abend.