Mehrerauertag 2026
Am 2. Oktober 2026 trafen sich am Nachmittag einige Freunde zu einem außergewöhnlichen Treffen in der Mehrerau. Bis Ende des letzten Jahrhunderts war es Brauch, dass sich alle Altmehrerauer am 8. Dezember, an Mariä unbefleckter Empfängnis, in der Mehrerau zu einem gemeinsamen Nachmittag trafen. Damals gab es noch die Marianische Kongregation, bei der die meisten Mehrerauer Mitglieder waren. An diesem Tag wurde bei einer gemeinsamen Messe das persönliche Gelöbnis wiederholt, sich ganz für die Anliegen Marias einzusetzen. Anfang der 2000er-Jahre wurde die Marianische Kongregation aufgelöst, da sich nur noch wenige Schüler dafür interessierten. Nun wollte der Verein der Freunde des Collegiums Bernardi Mehrerau einen neuen Anlauf starten, ein Treffen zu organisieren, bei dem alte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen werden konnten.
Schon um 15:00 Uhr trafen sich 15 Altmehrerauer zum Gottesdienst mit Abt Vinzenz in der Gnadenkapelle der Kirche. Danach konnten die Freunde in der Augiabude – bestens versorgt von Römer (Paul Christa) und Ukrainer (Sviatoslav Kravets) mit Brötchen, Bier und Wein – einander bekannt werden und sich über alte Zeiten unterhalten. Bei einer sehr unterhaltsamen Führung von Abt Vinzenz konnten wir im Kloster die Bibliothek, in der einige von uns die mündliche Matura hatten, und die neuen Zimmer samt Frühstücksraum für Besucher besichtigen. Zum Abschluss beteten die Freunde noch ein Vaterunser in der Krypta am Grab von Abt Kassian Lauterer.
Christian Kusche, der Leiter des Collegiums, führte anschließend die Altmehrerauer in die neue Volksschule und erklärte dabei, wie es zur Gründung der Volksschule kam und was diese für die Anzahl der Schüler in der Mehrerau brachte. In den ehemaligen Studier-, Schlaf- und Freizeitzimmern im rechten Trakt Richtung Collegiumskapelle sind zum Teil sehr moderne, aber auch sehr gemütliche Klassen für die kleinen Schüler untergebracht. Hier muss Lernen Freude bereiten! Nach einem zweiten Bier auf der Augiabude ging es dann ins Gasthaus Lamm, wo wir mit P. Nivard über alte Zeiten plauderten. Es war sehr schön, dass P. Nivard in seinem hohen Alter so rüstig an unserem Treffen teilnehmen und noch viele Erinnerungen mit uns teilen konnte.
Wir hatten einen ganz besonderen Nachmittag zusammen. Jeder konnte sich mit seinen eigenen Erinnerungen einbringen. Es wurde viel über einzelne Lehrer und Mitschüler gelacht und oft bedauert, dass sich das Collegium im Laufe der Zeit so stark verändert hat. So gibt es heute nur noch etwas mehr als 10 Internatsschüler, nur noch eine Fremdsprache in der Schule und das Engagement der Schüler in ihrer Freizeit für gemeinsame Projekte hält sich massiv in Grenzen. Aber die Zeiten ändern sich und so auch die Mehrerau. Dafür sind jetzt auch Mädchen in der Schule und viele Schüler kommen direkt aus der angeschlossenen Volksschule.
Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf den nächsten Mehrerauertag im Jahr 2027.